Gedanken zu der Frage: Was treibt mich an?

Es ist – wie die Überschrift schon sagt – eine Ansammlung von Gedanken und somit auch als Anregung zum weiteren Nachdenken gedacht.

Was treibt mich an? Woher kommt die Kraft, die in mir fließt, wenn ich mich zu einer Handlung entschließe? Kommt mein Antrieb aus einem „Für-etwas“ oder einem „Gegen-etwas“ und lässt sich das so einfach trennen?

Oder anders formuliert: Beziehe ich meine Kraft gerade aus der Bewegung von etwas weg (Kraft der Abstoßung) oder aus der Bewegung zu etwas hin (Kraft der Anziehung)? Beide können große Potentiale beinhalten. Sowohl aus einem „Nie-wieder“ als auch aus einer Vision sind schon Revolutionen entstanden und meistens ist es auch eine Mischung, die sich nicht klar trennen lässt.

Aber was ist mein Antrieb jetzt gerade? Nutze ich die eine Form mehr als die andere oder ist mir eine der beiden noch sehr unbekannt? Im Tantra, wie ich es verstehe, spielt der Gedanke der Freiheit eine große Rolle. Erst, wenn ich beide Polaritäten erobert/zu meinem Eigenen gemacht habe, bin ich frei in meiner Entscheidung und in meiner eigenen(?) Kraft.

Beziehe ich meine Motivation für Frieden und Heilung aus den Bildern von Krieg und Leid und hätte mein Leben auch dann noch einen Sinn, wenn es die beiden letzteren nicht mehr gäbe? Würde ich es überhaupt wahrnehmen oder ist mir das gar nicht möglich, weil ich dann Angst hätte, meine innerste Motivation zu verlieren? Weiß ich gar nicht, was meine Vision ist und erkenne somit niemals den Punkt, wo ein kurzes Ankommen – und sei es für 1 Sekunde – gerade möglich wäre? Ist es denkbar, dass ich neues Leid benötige und somit wie auch immer dazu beitrage, dass es nicht abreißt?

Beziehe ich meine Motivation eher aus Visionen und hat mein Leben auch einen Sinn, wenn sie während dieser Existenz nie erreicht werden oder sie noch so weit entfernt scheinen, dass ihre Zugkraft noch nicht ausreicht, um mich heute mit der nötigen Kraft zur Veränderung zu versorgen? Wähle ich immer Visionen, die sich aber niemals erfüllen dürfen, weil sie mein einziger Antrieb sind und ein Danach nicht denkbar erscheint? Brauche ich für meine Visionen doch wieder eine Menge „falsch“ im Heute und komme in eine Ablehnung der Zeit, in der ich lebe? Verhindere ich auch hier indirekt auf oft verschlungenen Wegen den Moment des Ankommens wahrzunehmen aus Angst vor dem Verlust meiner Vision als Lebenssinn?

Was, wenn alles jetzt schon in der Welt ist, das Gegenteil von dem, wovon ich mich abstoßen möchte und die Vision in einem anderen Gewand, als ich sie mir vorstelle? Wäre ich bereit, das zu sehen, und was würde mich dann antreiben?

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