Gedanken zu Wachstum in Beziehungen

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Wachstum in der Beziehung mit Partnern, Freunden und Eltern… wünschen wir uns das nicht alle? Und ist das Idealbild am Anderen zu wachsen nicht auch ein schönes? Im Alltag erweist sich dieser Traum jedoch oft als nicht ganz so leicht. So stimmt es zwar, dass man durch die Reibung am Anderen sich selbst und seine eigenen Schatten besser erkennen kann. Eine Emotion, an die wir alleine nur schwer rankommen, kitzelt unser Partner mal nebenbei durch einen Halbsatz hervor. Doch anstatt Dankbarkeit dafür zu empfinden. gehen wir häufig in die Ablehnung. Den Schatten anzuschauen tut weh und es gelingt uns nicht den Wut über einen Schmerz aus der Vergangenheit nicht auf den Auslöser zu projizieren.

Es gibt aber noch einen anderen Mechanismus, der es gerade in Beziehungen schwer macht zu wachsen. Dies ist die sogenannte Anhaftung. Liebe lässt frei, Anhaftung haftet an. Zwischen beidem zu unterscheiden ist die große Kunst und unheimlich schwer. Was genau ist damit gemeint? Häufig kommt es nach einer Phase des Kennenlernens zu einer Situation, in der wir uns in der Beziehung zu Freunden oder Partner eingerichtet haben. Oft hat es viel Auseinandersetzung und Kompromissen bedurft um den Status quo zu erreichen. Da unsere Beziehungsmuster häufig sehr stark sind und im Unbewussten liegen, finden wir uns jetzt bestenfalls in einer Situation wieder, in der wir der inneren Sehnsucht dieser Dynamiken entsprechen und uns wohl fühlen weil es uns so bekannt ist. Das gilt explizit auch für solche die uns eigentlich schaden. Von denen wir auch wissen dass sie das tun, aber die Vertrautheit und der alte Schmerz, den wir dann immer wieder suchen, doch noch stärker ist als das Leid.

An diesem Punkt angekommen würde jetzt das Wachstum beginnen. Wir müssten nun bereit sein den Anderen und uns selbst aus diesen Dynamiken langsam in die Freiheit zu begleiten, wo Liebe eine Entscheidung für den Anderen und nicht eine Anhaftung an alte Muster ist. Doch jetzt wird es schwer. Jede Bewegung des anderen -ist sie eigentlich auch noch so wünschenswert- führt auch zu einer Veränderung bei mir. War es mir vielleicht doch ganz angenehm, dass der Partner klein und abhängig war obwohl ich diese Seite an ihm immer abgelehnt habe? Was verliere ich, wenn der andere sich ändert?

Am deutlichsten wird dies wie immer in der Beziehung zu unseren Eltern und unserer Heimat. Sind diese bereit ihr Bild über uns ständig anzupassen und uns so immer wieder neu zu erfinden oder halten sie uns unbewusst in der Rolle in der sie uns kennen weil es auch für sie am bequemsten ist? Dahinter steckt oft eine Art Liebe für den Menschen, den man zu kennen glaubt und dessen Bild man irgendwann fixiert hat. Diesen Menschen frei zu lassen würde bedeuten sich immer wieder neu in ihn zu verlieben.

In meinem Leben war es daher so, dass meine größten Wachstumsschritte fernab von alten Freunden stattfanden, ich habe die Orte oft gewechselt und mir dann immer wieder neue Beziehungen gesucht. Trotzdem bleibt der Wunsch danach, anerkannt und gesehen zu werden -gerade von Eltern und Freunden aus der Vergangenheit- häufig präsent. Es ist einfach schön, wenn einen jemand nicht nur in einer Phase des Lebens kennt.

Und so ist das Leben ein Spiel aus Beziehungen eingehen, sie auch wieder loslassen und vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt wieder zurückkehren.

In meinen Paarcoachings schaue ich gemeinsam mit euch solche Dynamiken an. Ein geschulter Blick von außen kann häufig sehr leicht diese intensiven Muster erkennen. Sie ins Bewusstsein zu holen und dann aufzulösen sehe ich als die Herausforderung bei der ich euch gerne unterstützen möchte.

Habt einen schönen Feiertag!

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